Geschichte

Kittwerk
Um die Jahrhundertwende begann die Elektrifizierung Farchants. Einige fortschrittliche Bauern im Dorf installierten elektrisches Licht vornehmlich in ihren Ställen. Der Oberauer Theodor Poettinger erwarb das einstige Elektrizitäts-, Säge-, Kreide- und Kittwerk Farchant Adolf Froescheis.
Für die eigene Stromversorgung war zunächst ein Wasserrad mit Dynamomaschine zuständig. Diese Energiequelle versorgte auch die wenigen elektrischen Lampen im Dorf.

Mit wachsendem Fortschritt explodierte der Elektrizitätsbedarf für Theodor Poettinger eine weitere unternehmerische Herausforderung. Ein Elektrizitätswerk entstand, dessen Leistungsvermögen Zug um Zug ausgebaut wurde, zumal es dazu bestimmt war, auch das touristisch aufstrebende Garmisch mit Elektrizität zu versorgen. Garmisch bezog seinen Strom bis 1936 allein vom Kraftwerk Farchant. Erst als die Olympiade den Strombedarf enorm ansteigen ließ, wurde die Energieversorgung im Verbund mit dem Elektrizitätswerk Partnach gesichert.

HochwasserEine weitere Epoche der Modernisierung setzte mit dem wirtschaftlichen Aufschwung nach der Währungsreform 1948 ein. Zu dieser Zeit leitete bereits der Sohn Theodor Poettingers, Anton Josef Poettinger, das Familienunternehmen. Wiederum sein Nachfolger wurde 1961 dessen Sohn Anton.
Farchant entwickelte sich zu einer attraktiven, heute etwa 4.000 Einwohner zählende Gemeinde und einem beliebten Standort für Handwerk, Gewerbe und einige Industriebetriebe. Das KWF hielt stets Schritt mit dieser raschen Entwicklung. Verständlich, dass daher beträchtliche Investitionen zur Strom-Erzeugung und -Verteilung aufgebracht werden mussten.

Die letzte große Investition war die Erneuerung der Wehranlage, die durch das Pfingsthochwasser 1999, sehr stark beschädigt wurde.